Colchicin gegen Gicht

Colchicin ist ein Medikament, das zur Behandlung von akuter Gichtarthritis eingesetzt wird. Das Medikament spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Therapie von Gicht, obwohl es noch viele offene Fragen zur exakten Wirkungsweise gibt.

Colchicin gegen Gicht


Colchicin wird aus den getrockneten Samen der Pflanze Colchicum autumnale gewonnen, einem Krokus-Gewächs. Das Alkaloid Colchicin wird bereits seit 1810 zur Behandlung von akuter Gicht verwendet. Die medizinische Bedeutung der Substanz wurde schon vor langer Zeit erkannt. Neben Gicht wurde das Medikament auch gegen diverse andere Krankheiten eingesetzt, wie beispielsweise gegen Amyloidose und Herzbeutelentzündung.

Colchicin kann oral, in Form von Tabletten, oder intravenös eingesetzt werden. Gewöhnlich gibt es Tabletten in zwei unterschiedlichen Dosierungen, mit 0.5mg oder 0.6mg pro Tablette. Das Medikament kann auch intravenös, per Injektion, verabreicht werden, hier besteht jedoch die Gefahr einer Colchicinvergiftung. Der Weg über den Verdauungstrakt (Tabletten) gilt als weitaus sicherer.

Das Medikament hat entzündungshemmende Eigenschaften, sein Nutzen bei anderen Schmerzen neben den von Gicht verursachten ist jedoch begrenzt. Es gilt als höchst effektiv bei der Behandlung akuter Gichtarthritis, bei anderen Schmerzen jedoch scheint die Wirkung weniger vielversprechend zu sein. Colchicin ist kein Analgetikum (Schmerzmittel) im gewöhnlichen Sinn. Es hat zudem auch keinen Einfluss auf die Ausscheidung von Harnsäure.

Colchicin bindet sich an Proteine in den Mikrotubuli der Neutrophile, einer Art von weißen Blutkörpern. Durch die Bindung können die Neutrophile nicht mehr in den Bereich der Entzündung gelangen, welche die Folge von Harnsäurekristall-Ablagerungen ist. Colchicin hat einen unterdrückenden Effekt. Es verringert die Intensität von akuten Gichtanfällen, indem es die Schmerzen lindert.

Das Mittel wird ebenfalls verwendet, um Gichtanfällen vorzubeugen. Es gibt auch Anzeichen dafür, dass nicht nur prophylaktische Maßnahmen sinnvoll sind, sondern auch eine Einnahme, wenn ein Gichtanfall gerade aufzutreten droht. Anfälle können so eventuell gestoppt werden.

Um bei einem Gichtanfall Linderung zu verschaffen, werden normalerweise 1.0 bis 1.2mg Colchicin verabreicht (das entspricht zwei leicht oder zwei stark dosierten Tabletten). Danach werden unter Umständen noch jede Stunde eine weitere Tablette oder aber alle zwei Stunden zwei weitere Tabletten verabreicht (von der einen oder anderen Dosierungsstufe). Wenn ausreichend Schmerzlinderung erfolgt, müssen keine Tabletten mehr gereicht werden. Oft reicht es nach der Anfangsdosis, wenn alle zwei bis drei Stunden eine einzige Tablette genommen wird. Sollte es zu Magen-Darm-Problemen oder Durchfall kommen, sollte man keine Tabletten mehr nehmen.

Colchicin kann als Präventionsmaßnahme regelmäßig angewendet werden. Bei Patienten, die weniger als einen Gichtanfall pro Jahr haben, beschränkt sich die Dosierung üblicherweise auf 0.5mg oder 0.6mg pro Tag, dreimal bis viermal pro Woche. Bei mehr als einem Anfall pro Jahr werden gewöhnlich 0.5mg oder 0.6mg täglich verwendet. In extremen Fällen können zwei oder drei Gaben von 0.5mg bis 0.6mg Tabletten am Tag nötig sein.

Nebenwirkungen könnten auftreten, wie unter anderem Haarausfall, reversible Unfruchtbarkeit, Erbrechen, Durchfall und Übelkeit. Es kann zudem zu diversen weiteren Nebenwirkungen kommen.

Es gibt keine ausreichend abgesicherten Studien zur Einnahme von Colchicin bei schwangeren Frauen. Colchicin kann zu Problemen bei der Zellteilung führen und so ein signifikantes Risiko darstellen. Auch bei stillenden Frauen sollte äußerste Vorsicht bei der Anwendung von Colchicin geboten sein.

Bei bestimmten Personen sollte Colchicin überhaupt nicht angewendet werden. Wer allergisch oder besonders sensibel auf das Medikament reagiert, sollte es nicht verwenden. Wer schwerwiegende gastrointestinale Probleme (Magen-Darm-Leiden), Herz-Kreislauf-Störungen, Durchblutungsstörungen, Nierenprobleme oder Leberprobleme hat, muss das Medikament unter Umständen ebenfalls meiden.

Wenden Sie sich in jedem Fall unbedingt an einen Arzt oder entsprechend ausgebildeten medizinischen Experten, wenn Sie Gicht-Medikamente zur Behandlung von Gicht benötigen. Lassen Sie sich professionell medizinisch beraten. Colchicin ist verschreibungspflichtig und sollte idealerweise nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden. Es empfiehlt sich, zusätzlich zur Einnahme etwas zu essen und zu trinken.

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