Gichtbehandlung mit Allopurinol

Allopurinol wird bei chronischer Gicht verschrieben. Dieses rezeptpflichtige Medikament wird zur Vorbeugung von Gichtanfällen verwendet, nicht zu deren direkter Behandlung. Allopurinol wirkt, indem es die Produktion von Harnsäure blockiert bzw. verringert. Harnsäure ist ein Abfallprodukt, das als Resultat des Abbaus von Purinen ins Blut gelangt. Exzessive Mengen von Harnsäure können zur Bildung von Harnsäurekristallen (Uratkristallen) an den Gelenken führen. Dies wiederum kann zu Gicht führen. Dieses Arzneimittel wird verschrieben, um Gichtanfällen effektiv vorzubeugen, um einen durch Krebsmedikamente verursachten, zu hohen Harnsäurespiegel zu regulieren und um Nierensteine zu behandeln. Zudem gibt es noch einige andere, seltenere Verwendungszwecke von Allopurinol, welche von Ärzten in manchen Fällen in Betracht gezogen werden.

Gichtbehandlung mit Allopurinol


Es gibt Allopurinol in Formen von Tabletten, gewöhnlich mit einer Dosierung von 100 mg pro Tablette. Stärkere Dosierungen, meist in der Höhe von 300 mg, sind ebenfalls verfügbar. Normalerweise wird es einmal oder zweimal täglich verabreicht, zumeist zu Mahlzeiten. Die Anweisungen der Verpackungsbeilage sollten strikt eingehalten werden. Gewöhnlich ist die Anfangsdosis niedrig und wird schrittweise erhöht. Es kann bisweilen mehrere Monate dauern, bis deutlich spürbare positive Effekte festzustellen sind. In den ersten Monaten des Gebrauchs kann es sogar zu gehäuften Gichtanfällen kommen. Schlussendlich sorgt Allopurinol jedoch dafür, dass Gichtanfällen wirksam vorgebeugt wird. In der Zwischenzeit kann unter Umständen zusätzlich Colchicin gegen Gicht verschrieben werden.

Man sollte die Gichtbehandlung mit Allopurinol nicht spontan abbrechen, auch wenn man sich bereits besser fühlt. In bestimmten Fällen darf Allopurinol nicht verabreicht werden. Wer allergisch auf das Medikament reagiert, muss es unter allen Umständen meiden. Patienten, welche eines oder mehrere der folgenden Arzneimittel gebrauchen, sollten die Anwendung unbedingt mit ihrem Arzt besprechen, da eine individuelle Anpassung der Dosierung nötig sein kann:
  • Amoxicillin
  • Ampicillin
  • Coumadin
  • Cyclophosphamid
  • Purinethol
  • Chlorpropamid
  • Diuretika (Entwässerungsmittel)
  • Medikamente zur Behandlung des Immunsystems
  • andere Medikamente gegen Gicht und Arthrose
Allopurinol kann zu diversen unerwünschten Nebenwirkungen führen, wie unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Schläfrigkeit. Eine sehr häufige Nebenwirkung ist Hautausschlag, der manchmal sogar Monate oder nach der Therapie noch auftreten kann. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu sehr starken Nebenwirkungen kommen, wie unter anderem Juckreiz, Blut im Urin, Augenirritationen, Schwellungen im Bereich des Mundes und der Lippen, Anzeichen von Infektionen, Appetitverlust oder plötzlichem Gewichtsverlust.

Gichtpatienten sollten täglich ausreichend Flüssigkeit zunehmen (als grobe Richtlinien gelten 8 Gläser Wasser am Tag), wenn sie Allopurinol nehmen (sofern ein Arzt nicht anderweitiges verordnet hat). Alkoholische Getränke können die Wirksamkeit von Allopurinol einschränken. Getränke oder Nahrungsergänzungsmittel, die viel Vitamin C enthalten, können unter Umständen problematisch sein (bei übermäßigen Mengen). Überschüssiges Vitamin C und Allopurinol können sich verbinden und den Harn sauer machen und Nierensteine hervorrufen. Patienten mit Nierenproblemen brauchen eventuell individuell angepasste Dosierungen von Allopurinol.

Wer schwanger ist, stillt oder im Begriff ist, schwanger zu werden, sollte die Anwendung von Allopurinol mit seinem Arzt genau besprechen. Es gibt bisher wenige Berichte bzw. Studien zur Einnahme von Allopurinol bei schwangeren und stillenden Frauen. Daher ist hier äußerste Vorsicht geboten. Es sind zwar bislang keine negativen Zusammenhänge bekannt, Vorteile für den Patienten und potenzielle Nachteile für den Fetus sollten jedoch genauestens abgewogen werden.

Diverse Studien belegen die Wirksamkeit der Gichtbehandlung mit Allopurinol. Labortests werden zudem regelmäßig durchgeführt, um die Effizienz des Arzneimittels sicherzustellen.

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