Was ist Gicht?

Gicht ist eine Form von Arthritis (Arthritis urica). Sie kann plötzliche Anfälle mit brennenden Gelenkschmerzen und Steifheit sowie Schwellungen an Gelenken verursachen, vor allem an den Zehengelenken. Wird die Gicht nicht behandelt, so können schmerzhafte Gichtanfälle immer wieder auftreten. Mit der Zeit schädigt die Erkrankung die Gelenke, Bänder und anderes Körpergewebe stark, was im Schlimmstfall zu einer Zerstörung der betroffenen Gelenke führen kann. Gicht kommt vor allem bei Männern sehr häufig vor, bis zu neunmal häufiger als bei Frauen. Kommt Gicht bei Frauen vor, dann zumeist erst nach der Menopause (Wechseljahre).

Was ist Gicht?


Die Krankheit ist die Folge eines Überschusses an Harnsäure im Körper. Dieser Harnsäureüberschuss im Blut führt zur Bildung kleiner Harnsäurekristalle, welche sich an vielen Stellen im Körper ablagern, vor allem an den Gelenken. Bestimmte Gelenke wie das Grußzehengrundgelenk (siehe Podagra) oder das Kniegelenk sind besonders häufig betroffen. Der Harnsäureüberschuss ist entweder die Folge einer Harnsäure-Überproduktion oder der Unfähigkeit, überschüssige Harnsäure effektiv über die Harnwege auszuscheiden.

Eine chronische Gichterkrankung kann zu starken Ablagerungen von Harnsäurekristallen an den Gelenken führen und im Extremfall Gelenke nicht nur beschädigen, sondern sogar stark deformieren und letztlich unbrauchbar machen. Des Weiteren kann chronische Gicht zu Niereninsuffizienz bzw. völligem Nierenversagen führen. Häufig kommt es auch zur Bildung von Nierensteinen.

Harnsäurekristalle sind ein Abbauprodukt von Purinen, welche in vielen Lebensmitteln vorfindbar sind, weswegen sich bei Gichtbefall eine entsprechend angepasste und auf das Krankheitsbild hin optimierte Ernährungsweise dringend empfiehlt. Eine gelenkfreundliche Ernährung beschränkt die Menge an Purinen, um so zu verhindern, dass der Harnsäurespiegel im Blut zu hoch ansteigt.

Gicht gilt als eine der am häufigsten diagnostizierten Krankheiten der Menschheitsgeschichte. Oftmals steht sie im Zusammenhang mit einer vererbten, schlechten Fähigkeit des Körpers, Harnsäure zu verarbeiten. Die meisten Menschen, die an Gicht leiden, können Harnsäure nicht effektiv genug ausscheiden. Eine Überproduktion von Harnsäure ist nur bei einem Zehntel aller Fälle ein Auslöser von Gicht.

Während es Menschen gibt, welche eine exzessive Ansammlung von Harnsäure nur sehr schlecht vertragen, so gibt es andererseits auch Personen, bei denen ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) festzustellen ist, ohne dass dies zu Arthritis oder Nierenproblemen führt. Hyperurikämie allein führt nicht zwangsweise zu Gicht.

Eine ungünstige genetische Veranlagung scheint also zunächst eine der Hauptursachen für das Enstehen von Gicht zu sein. Oft hört man aus eben diesem Grund, dass die Gicht ja “in der Familie läge”. Das kann tatsächlich der Fall sein.

Wie bereits erwähnt, spielen jedoch eine falsche Ernährung und falsche Lebensgewohnheiten auch eine entscheidende Rolle. Ungeachtet einer genetischen Vorbelastung, kann man durch richtige Behandlung und durch eine gelenkschonende Ernährung für Besserung sorgen.

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